Der Köthener Hospiztag 2021

Die "Tabu-Tanten" begeisterten mit ihrem Auftritt in der Jakobskirche.

Eigentlich sollte es bereits 2020 einen Hospiztag wie in den Jahren zuvor geben - mit vier Impulsvorträgen von verschiedenen Berufsgruppen mit anschließender Gesprächsrunde und dazu noch einmal vier Workshops... aber wie so vieles konnten die laufenden Planungen durch die Pandemie leider nicht umgesetzt werden.

In der Hospizdienstgruppe überlegten wir daher, was wir (ein Jahr später) zu dieser Zeit bräuchten und was sich unsere Gäste wünschen? Natürlich galt es den Hospizgedanken hochzuhalten, aber wir wollten keine hochwissenschaftlichen Themen, sondern etwas mit viel Lebensfreude. Unser Plan beinhaltete demzufolge Lebensfreude und wieder einmal gemeinsam mit anderen Menschen zu lachen. So war es schnell entschieden, die „Tabu-Tanten“ und Frau Uhl anzufragen...Bereits Donnerstag und Freitag wurden Tische, Getränke, Obst und Deko zur Jakobskirche gefahren, es sollte unseren Gästen schließlich an nichts fehlen. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen haben dazu sehr leckeren Kuchen gebacken.

Zur Vorbereitung gehörte auch die Überlegung, wie sich viele Menschen geschwind und korrekt anmelden, ihre Kontaktdaten aufschreiben können, ohne dass sich größere Menschenansammlungen bilden. So war bereits auf der Einladung zu lesen, dass Interessierte eine Gästenummer erhalten und an dem Samstag die ausgefüllte Karte mit den persönlichen Daten in eine der vier bereitgestellten Boxen einwerfen konnten.

Unser Hospizdienstteam traf sich Samstagmorgen zu letzten Absprachen und Vorbereitungen und wir wünschten uns alle gutes Gelingen für diesen Tag mit einem gemeinsamen Gebet. Bereits 8.30 Uhr kamen die ersten Gäste und schließlich fanden sich 85 Menschen in der Jakobskirche ein und waren alle sehr gespannt...

Nach einer beschwingten Morgenbesinnung mit Pfarrer Horst Leischner und Kirchenmusikdirektorin Martina Apitz begrüßte unsere Stiftungsdirektorin Daniela Schieke alle Gäste, darunter Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild. Auch ich als Koordinatorin des Köthener Hospizdienstes habe mich sehr gefreut, alle Gäste willkommenzuheißen  und bat die „Tabu-Tanten“ mit ihrem Improvisationstheater auf die Bühne. Laut Programm bringen die beiden Hauptakteurinnen Simone Schmitt und Christine Holzer das Glück des Lebens auf den Punkt - und genau so war es auch! Die Gäste waren begeistert und erstaunt, wie die beiden beispielsweise einen Friedhofsbesuch so "entwickelten", dass er glücklich machen kann. Frei nach ihrem Motto: Loslassen und neu entwickeln!

Nach einem leckeren Mittagsimbiss der Crêperie konnten wir auf dem Markt ins Gespräch kommen, den Bücherstand von Verena Schiffner oder den Infostand unseres Hospizdienstes besuchen.

Nach der Mittagspause durften wir Juliane Uhl erleben. Sie las aus ihrem Buch „3 Liter Tod - mein Leben im Krematorium“. Dort beschreibt sie, was tot sein in Deutschland bedeutet. „Selten hat jemand so lebendig und klar über den Tod geschrieben. Es macht Spaß, dieses unterhaltsame und fesselnde Buch über das Lebensende zu lesen, es ergreift den Leser und nimmt ihn mit. Und eigentlich geht es nur um eines: um das Leben.“ (Verlagsrezension) Für die Hallenserin und gebürtige Köthenerin (!) war es übrigens die letzte Lesung aus ihrem Buch, da sie sich neuen Dingen zuwenden will.

Abschließend gab es für alle noch eine Tasse Kaffee und ein (weiteres) Stück Kuchen und wir erfuhren, dass alle zufrieden nach Hause gehen und sehr gern wiederkommen.

Im nächsten Jahr wird der Ambulante Hospizdienst Köthen 15 Jahre alt! Da man bekanntlich Feste feiern soll, wie sie fallen, sind wir bereits bei der Planung einer Festwoche, gemeinsam mit dem Häuslichen Pflegedienst Köthen und der Tagesstätte für seelisch beeinträchtigte Erwachsene. Fest steht schon, dass es ein Sommerfest geben wird, einen Tag der offenen Tür sowie Vorträge und Musik. Auch im nächsten Jahr werden wir das Leben feiern, aber zu viel möchte ich noch nicht verraten. Bleiben Sie gespannt!

 

Ihre Christiane Patzer
Koordinatorin des Häuslichen Hozpizdienstes Köthen

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